Entlassen
Warum ich meine Sekretärin entlassen habe:
Vor zwei Wochen hatte ich meinen 45. Geburtstag, und ich fühlte mich ohnehin nicht sehr wohl. Ich ging zum Frühstück und wußte, dass meine Frau sehr nett sein würde, "Alles Gute" sagen würde und vielleicht ein kleines Geschenk für mich hatte. Sie sagte nicht mal "Guten Morgen", schon gar nicht "Alles Gute". Ich sagte mir, na gut, so sind eben die Frauen. Aber die Kinder haben es sicher nicht vergessen.
Die Kinder kamen, sagten auch kein Wort und ließen mich völlig links liegen. Als ich mich auf den Weg ins Büro machte, fühlte ich mich ziemlich niedergeschlagen. Ich ging durch die Eingangstür und Agnes, meine Sekretärin, kam auf mich zu. "Alles Gute zum Geburtstag, Chef!"
Danach fühlte ich mich schon ein bißchen besser, wenigstens einer hatte sich erinnert. Ich arbeitete bis mittags. Pünktlich um zwölf klopfte Agnes an meine Tür und sagte: "Wissen sie, es ist so ein schöner Tag und es ist Ihr Geburtstag, lassen sie uns doch Mittagessen gegen, nur sie und ich!"
Ich antwortete: "Das ist die beste Idee, die ich heute gehört habe." Also gingen wir. Wir gingen nicht in unser übliches Lokal, sondern wir fuhren auf's Land zu einem kleinen gemütlichen Restaurant um ein wenig Privatsphäre zu haben. Wir tranken zwei Martinis und erfreuten uns an dem hervorragenden Essen.
Auf dem Weg zurück ins Büro sagte Agnes: "Wissen sie, heute ist so ein schöner Tag und es ist ihr Geburtstag, wir müssen doch nicht ins Büro zurückfahren, oder?"
"Nein, müsssen wir nicht", antwortete ich.
"Dann fahren wir doch zu mir, in meine Wohnung" schlug Agnes vor. Als wir in ihrem Appartment ankamen, tranken wir einige Martinis und rauchten gemütlich eine Zigarette.
Agnes sagte: "Wenn es Sie nicht stört, würde ich mir gerne etwas Gemütlicheres anziehen. Ich geh nur schnell ins Schlafzimmer und bin gleich wieder da."
Ich brachte nur ein erregtes "Sicher, tun sie nur" heraus und sie verschwand im Schlafzimmer.
Nach einigen Minuten kam sie wieder heraus,
trug eine Geburtstagstorte in den Händen,
gefolgt von meiner Frau, den Kindern und alle sagten "Happy Birthday".
Und ich saß auf der Couch und hatte außer meinen Socken nichts mehr an.

